Der Rucksack

Gib Dir einen Ruck du Sack! Sag ich mir.

Wohin gehen wir?

Wann bleiben wir stehn,

Was werden wir sehn?

 

Das ganze Pack sitzt im Sack und fällt schwer.

Brauch ichs noch? Brauch ichs nimmermehr?

Ich nehm den Sack, stell ihn ab,

schau hinein in die düstere Schwüle,

auf die verwunschenen Gefühle und lass mich ein.

Was darfs sein?

 

Hier ein altes, stinkendes Sockenpaar,

lag hier schon seit Jahr und Tag,

wobei ich mich frag, soll ich es tragen?

Wärmt es mich an finsteren Tagen?

Oder miefts nur vor sich hin?

Ich nehme es raus und lege es hin.

 

Und da, die uneingeladenen Gefühle.

Liegen so da und schaun ganz trübe.

Trübsinnige Tassen, sie könnens nicht lassen,

mich zu beschweren.

„Euch werd ich verwehren die weitere Reise!“

murmle ich leise, so vor mich hin

und lege sie hin.

 

Doch da! Ein Funkeln in der untersten Ecke!

Ich kannst erreichen, wenn ich mich strecke.

Meine Finger fühlen die zärtliche Wärme,

die mich beschützt, wenn ich mich härme

und vor Verzweiflung nicht weiterseh.

Ich streck mich noch mehr, fast tuts schon weh

und fasse es an. Hols an mich ran.

Die warmen Gedanken, die lieben Worte,

die schönen Erinnerungen der besten Sorte.

Fast hätt ichs vergessen, habs falsch bemessen,

wie wichtig sie sind.

 

Doch jetzt sind sie da.

Ich halte sie zärtlich und nehme sie wahr.

„Euch brauch ich noch!“ hör ich mich sagen,

packe sie ein, stell keine Fragen

und leg sie nicht hin.

Denn sie geben Sinn!

 

Gedicht von Nele Plankenauer

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